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Der Internetauftritt für Mettenhof, dem grünen Kieler Stadtteil.
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„Gesichter Mettenhofs" – die Reihe geht weiter
Es ist schon eine Weile her, dass wir auf Mettenhof.de Menschen vorgestellt haben, die unseren Stadtteil auf unterschiedliche Weise prägen. Jetzt greifen wir die Reihe „Gesichter Mettenhofs" wieder auf.
Wir möchten Menschen zu Wort kommen lassen, die in Mettenhof leben, arbeiten oder sich hier engagieren. Menschen mit unterschiedlichen Aufgaben, Erfahrungen und Perspektiven, die uns Einblicke in ihren Alltag und ihren Blick auf unseren Stadtteil geben.
Den Anfang macht Mirko Harfenmeister, Leiter der Polizeistation Mettenhof. Im Gespräch erzählt er, wie sich sein Blick auf den Stadtteil verändert hat, was ihn bei seiner Arbeit beschäftigt und warum ihm eine ansprechbare Polizei wichtig ist.
Mirko Harfenmeister kennt Mettenhof seit vielen Jahren aus dem Polizeidienst. Doch seit er die Polizeistation im Stadtteil leitet, hat sich sein Blick verändert. Er lernt Mettenhof nicht mehr nur als Einsatzgebiet kennen, sondern als einen Stadtteil mit engagierten Menschen, vielfältigen Lebensbedingungen und einem ausgeprägten Zusammenleben.
Früher war Mettenhof für ihn vor allem ein Ort, an dem Polizeieinsätze zu bewältigen waren. Heute erlebt er den Stadtteil aus einer anderen Perspektive. Er nimmt an Sitzungen des Ortsbeirats und an Stadtteilkonferenzen teil, ist zu Fuß unterwegs und kommt mit Menschen ins Gespräch.
Besonders beeindruckt ihn das Engagement im Stadtteil. Als er bei einer Fußstreife von Jugendlichen erkannt wurde oder sich im Ortsbeirat einbezogen fühlte, waren das für ihn Momente des Ankommens. „Das fühlte sich gut an", erinnert er sich.
Jugendliche verstehen und erreichen
Ein Schwerpunkt der Polizeiarbeit in Mettenhof liegt auf jungen Menschen. Harfenmeister ist selbst Vater von Jugendlichen und sagt, dass ihm diese Erfahrung hilft, deren Verhalten und Konflikte besser nachzuvollziehen.
Nicht jede Auseinandersetzung, die Erwachsenen zunächst unverständlich erscheint, ist aus der Perspektive Jugendlicher ebenso unverständlich. Wer die Hintergründe eines Konflikts kennt, kann nach seiner Überzeugung besser nach Lösungen suchen.
Dabei geht es nicht darum, Straftaten zu verharmlosen. Die Polizei muss Straftaten verfolgen und aufklären. Zugleich betont Harfenmeister die Bedeutung von Prävention und einer vertrauensvollen Beziehung zu jungen Menschen.
Ein Beispiel sind die Schulsprechstunden, die die Polizei am Bildungszentrum Mettenhof und an der Max-Tau-Schule anbietet. Jugendliche sollen die Polizei nicht ausschließlich in Konfliktsituationen erleben, sondern auch als Ansprechpartner kennenlernen.
Harfenmeister berichtet von Jugendlichen, die nach früheren Kontakten zur Polizei inzwischen so viel Vertrauen zu den Jugendsachbearbeitern haben, dass sie sogar Freundinnen und Freunde mit Problemen zu ihnen schicken.
Jugendliche brauchen eigene Räume
Mettenhof ist ein junger Stadtteil. Viele Menschen leben hier auf engem Raum. Das prägt auch die Lebenssituation von Jugendlichen. Wenn mehrere Familienmitglieder auf wenig Wohnfläche zusammenleben, sind Rückzugsmöglichkeiten begrenzt. Umso wichtiger sind Orte außerhalb der eigenen vier Wände, an denen junge Menschen Gleichaltrige treffen und Zeit verbringen können.
Auch Harfenmeister nimmt diese Situation wahr. Jugendliche bräuchten Möglichkeiten, nach draußen zu gehen und einen eigenen Raum zu haben.
Durch die Einzäunung des Geländes der Max-Tau-Schule sei beispielsweise ein bisheriger Aufenthaltsort weggefallen. Junge Menschen suchen sich deshalb andere Treffpunkte, etwa an Einkaufszentren, Sportanlagen oder im Bereich des Heidenberger Teichs.
Dass Jugendliche sich ohne ständige Begleitung durch Erwachsene treffen möchten, gehört zum Jugendalter. Harfenmeister sieht durchaus Bedarf an weiteren Anlaufpunkten, insbesondere für ältere Jugendliche.
Positiv überrascht war er vom Engagement junger Menschen bei einer Veranstaltung des Jugendortsbeirats. Dort wurde deutlich, dass auch Kinder und Jugendliche sich an herumliegendem Müll und Vandalismus stören und sich für die Aufenthaltsqualität in ihrem Stadtteil interessieren.
Ansprechbar sein – auch wenn nichts passiert ist
Für Harfenmeister bedeutet Polizeiarbeit im Stadtteil mehr als das Bearbeiten von Einsätzen. Die Polizeistation soll dort präsent sein, wo sich das Leben abspielt: an den Einkaufszentren, auf öffentlichen Plätzen, bei Veranstaltungen und im Kontakt mit Einrichtungen.
Dabei geht es ihm nicht um eine allgegenwärtige Kontrolle. Erholungsräume sollen Erholungsräume bleiben. Entscheidend sei, dass die Menschen wissen, an wen sie sich wenden können.
Zu den Aufgaben der Polizeistation gehören neben der Jugendkriminalität auch Fälle häuslicher Gewalt. Harfenmeister beschreibt die Zusammenarbeit mit Beratungsstellen, Jugendamt und weiteren Einrichtungen. Nach polizeilichen Einsätzen werde Kontakt zu Betroffenen aufgenommen, um auf Schutz- und Hilfsangebote hinzuweisen.
Eine weitere wichtige Zielgruppe sind ältere Menschen. Die Polizei informiert beispielsweise über Betrugsmaschen wie den Enkeltrick oder falsche Polizeibeamte und sucht den Kontakt in Senioreneinrichtungen und bei Veranstaltungen.
Bei all diesen Aufgaben betont Harfenmeister die Grenzen des polizeilichen Auftrags. Die Polizei könne nicht jedes soziale Problem lösen. Sie könne aber ansprechbar sein, Kontakte vermitteln und dazu beitragen, dass Menschen Unterstützung finden.
"Jeder kennt uns als Stadtteilpolizei"
Wenn Mirko Harfenmeister in einem Jahr auf seine erste Zeit als Leiter der Polizeistation Mettenhof zurückblickt, möchte er vor allem eines erreicht haben: dass die Polizei im Stadtteil noch sichtbarer und für die Menschen leichter erreichbar geworden ist.
Sein Vorbild ist der Dorfpolizist, wie er ihn aus seiner eigenen Herkunft kennt: eine Autoritätsperson, die zugleich ein offenes Ohr für die Anliegen und Nöte der Menschen hat.
Genau das wünscht sich Harfenmeister auch für Mettenhof – eine Polizei, die nicht erst dann wahrgenommen wird, wenn etwas passiert, sondern die zum Alltag des Stadtteils gehört.
Text: Suzanne Vogel-Vitzthum von Sprechvogel
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