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Ein kleines Amselküken – und warum wir unserem Gefühl vertraut haben

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Manchmal beginnt ein gewöhnlicher Tag mit einer unerwarteten Begegnung.

Seit wir hier wohnen, brüten jedes Frühjahr Amseln im Baum auf unserer Terrasse. Jedes Jahr nehmen wir Rücksicht auf die brütenden Eltern und freuen uns, wenn die kleinen Amseln schließlich flügge werden und ihre ersten Flugversuche unternehmen.

Doch dieses Jahr kam alles anders. 

An einem Vormittag fanden wir ein kleines Amselküken unter dem Baum. Es hatte schon viele Federn. Trotzdem war sofort klar: Es war noch viel zu jung, um allein zurechtzukommen.

Wir versuchten, das Küken zurück ins Nest zu setzen. Doch das Nest war kaum zu erreichen. Außerdem wollten wir auf keinen Fall die beiden Geschwister oder das Nest beschädigen. Also mussten wir das kleine Amselbaby am Boden lassen.

Nun begann unsere Suche nach Hilfe.

Die Wildtierstation Uhlenkrog war telefonisch nicht zu erreichen. Über den NABU fanden wir weitere Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner und schrieben Nachrichten per WhatsApp. Sogar die Feuerwehr baten wir um Rat. Dort hieß es, wir sollten abwarten. Die Eltern würden sich kümmern.

Doch das Küken wurde im Laufe des Tages immer schwächer. Mein ungutes Gefühl ließ mich nicht los. Deshalb bereitete ich alles vor, um es hineinzuholen und vorsichtig aufzuwärmen.

Dann kam endlich der erlösende Rückruf einer Wildtierstation. Nach telefonischer Anleitung wärmten wir das Küken auf. Anschließend wurde uns eine private Wildvogel-Pflegestation in der Nähe des Timmendorfer Strandes vermittelt. Dort konnten wir das kleine Amselbaby in erfahrene Hände übergeben.

Ob die kleine Amsel eines Tages wieder ausgewildert werden kann, wissen wir noch nicht. Wir hoffen es sehr.

Erst in der Pflegestation erfuhren wir, warum unser kleiner Findling ein sogenannter Nestling war und was wir im Nachhinein anders gemacht hätten. Dort bekamen wir auch den Tipp für eine kostenlose App, die Menschen in solchen Situationen schnell weiterhilft. Davon erzählen wir im nächsten Beitrag.

Tex und FotosSuzanne Vogel-Vitzthum 

Offene Tai-Chi-Übungsgruppe am Heidenberger Teich

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