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Ein Interview zum Abschied - Susanne Weber geht in den Ruhestand

Weber


Für jeden kommt einmal die Zeit des Abschiednehmens und der dritte Lebensabschnitt – der Ruhestand – beginnt. So ergeht es nun auch Susanne Weber, die am 31. Dezember 2020 Adieu sagt. Gelegenheit für mettenhof.de mit der langjährigen Leiterin des AWO-Servicehauses in Mettenhof ins Gespräch zu kommen.

1. Es sind nur noch wenige Tage und es endet eine lange Zeit in und für Mettenhof. Wie fing alles im Servicehaus an?

Mein Name ist Susanne Weber, ich bin 65 Jahre alt und im Siegerland in Nordrhein-Westfalen aufgewachsen.
Am 01.September 1983 startete ich als Sozialpädagogin im Servicehaus Mettenhof im Rahmen einer ABM-Stelle. Innerhalb unterschiedlicher Projekte koordinierte und begleitete ich Jugendliche und Erwachsene, um sie anschließend in feste Stellen innerhalb und außerhalb des Servicehauses zu vermitteln.

2. Wie war Ihr Einstieg in das berufliche Leben? Haben Sie sich von Anbeginn der Seniorenarbeit gewidmet oder war vorher noch etwas Anderes?

Vor meinem Studium der Sozialpädagogik/Sozialarbeit an der Fachhochschule war ich als Erzieherin in Darmstadt zwei Jahre in einem Kinder- und Jugendheim tätig.
Ich konnte aber bereits als 16-jährige im Vorwege Erfahrungen in der Altenhilfe während verschiedener Praktika sammeln.

3. Das Servicehaus ist eine bedeutende Einrichtung in unserem Stadtteil. Erzählen Sie doch etwas über die Struktur dieses wichtigen Hauses.

Die 224 Appartements (70 x 2 Zimmerwohnungen und 154 x Einzimmerwohnungen.) im Servicehaus der AWO in Mettenhof werden nach einem Wechsel unterschiedlicher Wohnungsbaugesellschaften mittlerweile seit ein paar Jahren von VONOVIA vermietet.
Die Mieter*innen sind beim Einzug in der Regel relativ selbständig und nehmen Grund- und. Wahlservice-Leistungen und das umfangreiche kulturelle Angebot in Anspruch. Im Falle einer Pflegesituation (körperliche und seelische Veränderungen) werden die Mieter*innen in ihren privaten Wohnungen bis zum Lebensende ambulant und/oder ergänzend teilstationär
durch die integrative Tagespflege, den „Treffpunkt" unterstützt und gepflegt. Die Pflegemitarbeiter*innen sind rund-um-die Uhr vor Ort, so dass zeitnah mit den entsprechenden Maßnahmen auf den Hausnotruf reagiert werden kann.
Angegliedert ist eine stationäre WOHNpflege mit 36 Kurzzeit- und Dauerpflegeplätzen Plätzen (30 Einzelzimmer/ 3 Doppelzimmer) in 3 WOHNgruppen.
In unserem Stadtteilcafé sind interne und externe Gäste von sonntags bis montags herzlich willkommen, die angegliederte Großküche sorgt für den täglich wechselnden Mittagstisch, die Nachmittagsangebote mit Kaffee und Kuchen und die Ausrichtung für Gesellschaften mit den entsprechenden Catering-Wünschen. Selbstverständlich sind die regelmäßig stattfindenden kulturellen Angebote, zu denen unter anderem auch Veranstaltungen während der Mettenhofer Kulturtage gehören.

4. Im Servicehaus leben überwiegend ältere Menschen, die sich entschlossen haben, ihre eigene Wohnstatt aufzugeben. Wie kommt man in das Servicehaus? Wie viele Männer und Frauen leben hier? Wie lange ist die „Verweildauer" in Ihrem Haus?

Die älteren Interessenten*innen informieren sich in der Regel in einem telefonischen oder persönlichen Beratungsgespräch über das Wohnen und Leben in einem Servicehaus. Da wir in Kiel am Ost-u. Westufer insgesamt 7 AWO Servicehäuser haben, gibt es mehrere quartiersbezogene Wahlmöglichkeiten für ein neues Zuhause. Die jeweiligen Wohnungsbaugesellschaften haben ihre Interessenten*innen-Listen, die individuell in der Entscheidungsphase mit einbezogen werden. Im Servicehaus Mettenhof leben ca. 250 Damen und Herren unterschiedlichen Alters.
Die meisten Mieter*innen leben viele Jahre selbständig in ihren Wohnungen, einige sogar über 20 Jahre.

5. Im Zusammenhang mit dem Leben in Senioreneinrichtungen wird häufig vom „betreuten Wohnen" gesprochen. Was verbirgt sich hinter dem Begriff und leben alle Bewohner des Servicehauses unter diesem Leitwort?

Die Servicehausmieter*innen ziehen bewusst in das Servicehaus ein und identifizieren sich mit dem Konzept, das ihnen als betreute Wohnform die Rahmenbedingungen für ein „Wohnen bis zum Lebensende", auch in schwierigen Lebens- und Abschiedssituationen bietet.


6. Alte Menschen klagen oft über die Einsamkeit. Trifft das auch auf die Bewohner Ihres Hauses zu und was tun Sie, damit sich die Senioren bei Ihnen gut aufgenommen fühlen?

Viele ältere Menschen, die sich in ihren bisherigen Wohnsituationen ohne Angehörige oder ein intaktes Nachbarschaftssystem einsam fühlten, haben im Servicehaus die Möglichkeit neue Kontakte, Freundschaften und Hobbies zu pflegen.
Die Mitarbeiter*innen und Etagensprecher*innen begrüßen die neuen Nachbarn nach ihrem Einzug und während der Entscheidungsphase. Vor dem Einzug haben die meisten älteren Menschen schon einen Eindruck von ihrer neuen Umgebung gewinnen können.
Wer das Bedürfnis hat, sich zurückzuziehen oder in Ruhe gelassen zu werden, entscheidet dies ja ohnehin selbst.
Nachbarschaftliche Kontakte und Begegnungen an verschiedenen Orten innerhalb des Servicehauses oder im Stadtteilcafé erleichtern den Start in die neue Umgebung.

7. Das Servicehaus spielt im Stadtteil eine wichtige kulturelle Rolle. Erzählen Sie doch bitte, wo Ihre Aktivitäten in dem Bereich der Kultur für Mettenhof liegen.

Die Kulturarbeit spielt im Servicehaus Mettenhof von Beginn an immer schon eine große Rolle. Durch regelmäßige kulturelle Veranstaltungen sollen eine Intensivierung der Nachbarschaftskontakte, aber auch die Auflösung vorurteilsbehaftet gesellschaftlicher Altersbilder erreicht sowie Altersdiskriminierung entgegengewirkt werden. Daher werden gemeinsam mit Kooperationspartner*innen Schul- und Jugendprojekte initiiert sowie im Bereich der Erwachsenenbildung Angebote im Bereich Musik-, Theater- und Musicalgruppen gefördert. Das Stadtteilcafé bietet regelmäßig Musikveranstaltungen aber auch Gesprächskreise an. Zudem beteiligt sich das Servicehaus an den Mettenhofer Kulturtagen, in dessen Rahmen unter anderem das Mandolinenorchester, Lesungen und Gesprächsrunden stattfinden.

8. Corona beschäftigt uns alle. Aus den Alteneinrichtungen hört man immer wieder, dass es den Bewohnern zu Beginn der Pandemie richtig schlecht ging, Wie war es hier in Mettenhof und wie stellt sich die Situation kurz vor Weihnachten dar?

Das Coronavirus hält uns seit Anfang des Jahres in Atem. Wir alle achten auf die Umsetzung der Corona-Regelungen und unterstützen uns gegenseitig. Soziale Isolation im Alter wird gerade zu Coronazeiten stärker in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt. Besuche ermöglichen wir im Rahmen unseres Besuchs- und Hygienekonzeptes und berücksichtigen selbstverständlich Einzelsituationen. Das Personal arbeitet in Einzelbetreuungen und Kleingruppen, um das soziale Leben soweit wie möglich aufrecht zu halten und einen normalen Alltag auch während der Pandemie zu erhalten. Mit kleinen Aufmerksamkeiten und einer weihnachtlichen Dekoration ermöglichen wir unseren Bewohner*innen auch während der Weihnachtstage in eine weihnachtliche Stimmung zu kommen. Dennoch appellieren wir die Kontakte weitestgehend zu reduzieren und auf Telefonate, Briefe oder aber auch wenn möglich auf Videotelefonate auszuweichen.

9. Kommen wir am Schluss unseres Gespräches auf Sie zurück. Wie ist Ihr Befinden nach so langer Zeit im Servicehaus Mettenhof? Gehen Sie frohgemut oder mit ein wenig Wehmut im Herzen in den 3. Lebensabschnitt?

Ich verlasse nach so vielen Jahren etwas wehmütig nach so langer Zeit das Servicehaus mit all seinen Menschen. Ich bin sehr gespannt, wie ich das „Leben außerhalb der Pflegeversicherung" gestalten werde und bin zuversichtlich, dass es mir gelingen wird. Erfahrungsgemäß sieht man sich immer mehrmals im Leben, so dass ich meinen lieb gewonnenen Stadtteil Mettenhof so schnell nicht aus den Augen verlieren werde.

10. Mettenhof ist ein sehr lebendiger Stadtteil mit unendlich vielen Aktivitäten. Haben Sie schon Pläne, wie Sie Ihre nun reichlichere Freizeit im kulturellen Leben des Stadtteils einbringen wollen?

Diese Frage kann ich momentan noch nicht beantworten. Nach 37,4 Berufsjahren im Servicehaus Mettenhof mit vielen interessanten Begegnungen
werde ich schauen, wie ich mich im Stadtteil Mettenhof weiterhin ehrenamtlich engagieren kann. Hier liegen mir unter anderem die Mettenhofer Kulturtage sehr am Herzen.

Liebe Frau Weber, danke für dieses interessante Gespräch. 

Mettenhof.de dankt Ihnen für Ihr Wirken in Mettenhof, wünscht Ihnen viel Freude am Ruhestand, bleiben Sie behütet und bleiben Sie gesund.


Das Gespräch führte Heinz Pries. 


Das Bild kommt aus dem privaten Fundus von Susanne Weber.

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