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Mit Tröten, Trillerpfeifen und Protestbannern bewaffnet wurde die Menschenmenge vorm Kieler Landtag immer größer und die Stimmen immer lauter. Die Polizei riegelte die Strasse ab, denn für Autos gab es sowieso kein Durchkommen mehr. Augenscheinlich galt dies auch für die Politiker des Landtages. Der ein oder andere „Schlipsträger“ war zu sehen, doch wirkten diese, als wollten sie nur schnell durch die Menge durch und nicht angesprochen werden.
Unterschiedlichste Redner der Sozialen Einrichtungen hielten Ansprachen und machten ihrem Ärger über die „soziale Ungerechtigkeit“ Luft. Es wurden viele Themen angesprochen: Das Streichen des Blindengeldes, der Wegfall von Plätzen in Frauenhäusern (was für das nächste Jahr bedeutet, dass 300 Frauen und Kinder keine Unterkunftsmöglichkeit haben, wenn Not eintritt), die Schließung von Mädchentreffs, die für die Mädels als zweite Familie gelten und ihnen fehlen werden.
Es wurden noch viel mehr Brennpunkte angesprochen, begleitet vom lauten Trillern und vom Tröten einiger „Vuvuzelas“, die man aktuell aus den Stadien der Fußball-WM kennt. Deutlich war zu spüren, wie unzufrieden die Demonstranten mit den Sparplänen der Regierung sind. Es geht nicht darum, dass Geld eingespart werden muss, denn das steht außer Frage. Was die Menschen grübeln lässt, ist „die Tatsache, dass die Armen den Gürtel noch enger schnallen sollen, und die Reichen weiterhin ihr Kindergeld einstreichen dürfen.“
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Zwischendurch wurde von einer Rednerin laut ins Mikrofon gerufen: „Hört auf, das Volk für dumm zu verkaufen.“
Im Anschluss zog der Demonstrationszug weiter zur nahegelegenen Krusenkoppel. Frisch gestärkt wurden danach noch einige Redner auf die Bühne gebeten und sprachen sich gegen kommende Schließungen und Einsparungen im Sozialbereich aus.
Gegen 12:00 Uhr wurde die Veranstaltung beendet und löste sich auf. Die Demonstration verlief durchweg friedlich und ich hoffe sehr, dass unsere gewählte Führung sich tatsächlich Gedanken darum macht, ob sie auf dem richtigen Weg ist.
Kai Gemein st@rtbüro
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