Start Sport, Freizeit & Erholung Bollstein - Weg von der Straße
21
Nov
2009
Bollstein - Weg von der Straße PDF Drucken E-Mail
Sport, Freizeit und Erholung

Weg von der Straße

Wer kennt sie nicht, die Männer, die an irgendwelchen Ecken in Mettenhof herum stehen, laut reden, vielleicht grölen und immer eine Flasche Bier in der Hand halten? Wer hat sich nicht schon mal über sie geärgert, und sie vielleicht heimlich Penner genannt? Doch für diese Männer gibt es keinen Platz, keinen Ort oder gar eine Kneipe, wo sie sich hätten treffen können. Irgendwann war es ihnen selbst zu dumm, sich an Hausecken herum zu drücken.

Vor zweieinhalb Jahren hatten einige von ihnen eine Idee. Sie gründeten die Straßenfußballmannschaft „Bollstein“...

 
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Einer der Gründer „Rainer Solfs“ hat heute den Vorsitz von Bollstein. Der zweite Mann der ersten Stunde ist „Mario“, der jetzt Sprecher der Mannschaft ist. Er ist auch für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Am Anfang waren sie nur zu fünft. Doch dann kamen immer mehr Anhänger dazu. Sinn der ganzen Sache war es, von der Straße weg zu kommen.

Heute trainieren sie immer regelmäßig am Sonntag auf dem Sportplatz der Max-Tau-Schule. So verbringen sie ihre Zeit auf jeden Fall sinnvoller, als vorher. Wichtig war den Männern von Bollstein, einen Platz der Begegnung zu haben. Hier trifft man sich nicht nur, um Sport zu treiben, sondern man unterhält sich, trifft mit Freunden zusammen und kann sich wie in einer Familie fühlen. Obwohl so manche Mitglieder gerne mal Alkohol oder Drogen zu sich nehmen, kommen doch fast immer alle zum Training. Es wird keiner fallen gelassen. Sie achten aufeinander, womit der soziale Aspekt voll erfüllt wird.

Bollstein ist kein eingetragener Verein, sondern eine Interessengemeinschaft. Die Mitglieder wollen vollkommen unabhängig sein. Niemand soll ihnen Vorschriften machen oder sich einmischen.

Inzwischen ist Bollstein eine Mannschaft von ca. dreißig Leuten. Der Sprecher der Fußballer „Mario“ hat das Logo von Bollstein entworfen. Heute prangt es auf T-Shirts, Sweatshirts und Mützen, die bereits über die Grenzen von Schleswig-Holstein hinaus beliebt sind. Eine Nachfrage kam sogar aus Berlin.

Bollstein hat sich zu einer Fußballmannschaft gemausert, die inzwischen sogar Turniere gegen andere Mannschaften auf dem Nordmarksportfeld austrägt. Einen großen Erfolg sehen die Fußballer in dem Spiel gegen eine Straßenmannschaft aus Dänemark.

 

Manches Spiel endet in einer riesigen Feier, an der auch die Familien, Freunde und Bekannten der Spieler teilnehmen. Da kann es schon mal vorkommen, dass bis zu 150 Menschen auf dem Platz sind. Dann wird gegrillt, gegessen, getrunken und gefeiert. Es ist an alle gedacht, auch an die Kinder.

Alles wird in Eigenregie organisiert. Geld bekommt Bollstein von Niemandem. Es wird immer dann, wenn es nötig ist, in den eigenen Reihen gesammelt. Das ist schon eine Leistung, weil die meisten der Mitglieder arbeitslos sind.

In Zukunft möchten die Männer von Bollstein noch ein Projekt ins Leben rufen. Frebezo ( Freizeit- und Beschäftigungszentrum ) Dafür wird  ein Raum benötigt, der finanziert werden muss. So wird es wohl nicht zu umgehen sein, einen Verein zu gründen. Allerdings muss erst mal geschaut werden, ob dieses Projekt angenommen wird. Willkommen sind Menschen jeden Alters. Gerade alte Menschen haben oft niemanden, mit dem sie sich einfach mal unterhalten können. Aus lauter Verzweiflung sprechen sie dann wildfremde Leute auf der Straße an, nur um überhaupt mal ein Wort sagen zu können.   
Frebezo soll eine Begegnungsstätte für Menschen werden, die sonst  vereinsamen würden. Hier können sie mit anderen Menschen zusammentreffen, die vielleicht sogar gleiche Interessen haben, etwas unternehmen, die Langeweile verscheuchen. In dieser Begegnungsstätte trifft man sich, um gemeinsame Unternehmungen zu planen, Karten zu spielen, sich nett zu unterhalten, zu flirten, Kaffee zu trinken und sich mit Kindern zu beschäftigen. Wenn dieses Ziel erreicht wird, wäre es natürlich eine gute Sache für Mettenhof.

H. Venker / J. Schönrade
st@rtbüro

 

 


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