Die 3. Mettenhofer Kulturtage
Ein Rückblick auf eine spannende Woche
Die 3. Mettenhofer Kulturtage sind mit einer fulminanten HipHop- und Breakdance-Veranstaltung zu Ende gegangen. Über 150 begeisterte Tänzer und Zuschauer nahmen am Samstag an der nachmittäglichen Abschlussveranstaltung teil, die gemeinsam vom Jugendbüro, der Fatality-Crew und dem Mettenhofer Ortsbeirat veranstaltet wurde. Die überwiegend jugendlichen Teilnehmer tanzten und feierten bis in den Abend hinein. Die am Vormittag angebotenen Kurse zeigten, welches zukünf¬tiges Potenzial in den jungen Tänzern steckt.
Der Koordinator der Kulturtage, Cai-Uwe Lindner, zog eine insgesamt positive Bilanz: „Über tausend Besucher nahmen an den 20 Veranstaltungen teil. Wir haben diverse Neuerungen in unserem diesjährigen Programm gehabt, die nicht alle ausverkauft waren. Aber alles in allem ist der Weg richtig. Wir möchten weiterhin ein breites kulturelles Spektrum abdecken. Es wird auch künftig kleine intime Erlebnisse neben größeren Veranstaltungen geben“
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Das Eröffnungskonzert im Birgitta-Thomas-Haus zog 150 Besucher an. Eine vortrefflich aufgelegte Kerstin Redlin begeisterte mit ausdrucksvoller Stimme bei der Präsentation geistlicher Lieder von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Die Kantorei des Hauses, die Free-Gospel-Singers und die Instrumentalisten rundeten mit engagiertem Einsatz den Abend ab.
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Die Kieler Jazz-Formation „So What“ spielte unter der Leitung von Lars Scheffel überwiegend instrumental im Bürgerhaus, da die Sängerin Stephanie Andronis erkrankt war. Mit vollem Einsatz und stärker Bläser-Sektion präsentierten die Musiker ein swingendes Programm, das die leider wenigen Besucher trotz allem begeisterte. Die Experimentierfreude der Musiker überzeugte und Dave Brubecks Klassiker „Take Five“ zeigte selbst im Raggae-Sound seine zeitlose Klasse.
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Die diesjährigen Ausstellungseröffnungen Shahrazad“ von Fellaih Khedhair im st@rtbüro und „Malerei und Grafik“ von Mechthild Menne-Schönheit, Eva Menke-Huditz und Thekla Fuchs im Jobcenter fanden einen guten Zuspruch. Die Ausstellungen werden noch bis Ende November in den beiden Einrichtungen zu sehen sein.
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Der „Abend der Chöre“ wurde überraschend zum Highlight der Kulturtage. Über 200 Besucher drängten in den Gemeindesaal des Birgitta-Thomas-Hauses. Etliche Gäste mussten bedauerlicherweise wegen Überfüllung und aus Sicherheitsgründen abgewiesen werden. Die fünf Chöre boten ein abwechslungsreiches Programm. Der bunte Mix von französischem, deutschem und russischem Chorgesang im Kontrast zu Gospeln und Shantys wurde begeistert aufgenommen. Cai-Uwe Lindner verspricht, dass dieser Programmpunkt im nächsten Jahr wieder bei den Kulturtagen aufgenommen werden soll. Dann aber voraussichtlich in der Mettenhofer Kirche.
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Mit dem „Mettenhofer Tor“ – das auch „Polizeigebäude“ oder „Ärztehaus“ genannt wird – wurde erstmals ein neuer Veranstaltungsort präsentiert. Im Eingangsfoyer präsentierte Barney Hallmann sein Programm „Medizynisches“. Lustige und ernste, aber auch schräge Geschichten sowie Gedichte trug Barney Hallmann vor und nahm die Anwesenden mit auf seine Reise durch das Gesundheitswesen. Nach so viel literarischen Rezepturen und Ratschlägen blieb am Ende nur noch die Frage offen, wann er selbst seine erste Kur machen wolle.
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Ein Heimspiel hatten Gerd Sell und Sven Jesse sowie die Gruppe „CANAL“ bei ihren Auftritten im AWO-Stadtteilcafé. Vor jeweils ausverkauftem Haus konnten beide Programme die Besucher überzeugen. Waren es die musikalischen Perlen der 50’er und 60’er Jahre oder die Lieder aus Norddeutschland … ? Niemand der überwie¬gend älteren Besucher konnte sich dem Zwang entziehen, in Erinnerungen zu schwelgen und bei den Liedern mitzusingen, wozu man herzlich eingeladen war.
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Die Stadtteilbücherei lud auch mit verschiedenen Attraktionen ein. Für junge und junggebliebene Besucher wurde ein Manga-Zeichenkurs angeboten. Die besten Ergebnisse sollen noch veröffentlicht werden.
Mit dem Bilderbuchkino wurde eine Erste-Hilfe-Aktion angeboten, die auch die Kleinsten zum richtigen Umgang mit kranken Kuscheltieren angeleitet hat.
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Das Programm der Stadtteilbücherei klang mit einem ruhigen und besinnlichen irischen Abend aus. Danny Holk präsentierte vor erlesenem Publikum „Céad mile fáilte romhat“ - Musik und Literatur aus Irland.
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Einen Erstversuch wagte der Förderverein für zeitgenössische Literatur Nordbuch e.V. mit seiner Lesung „Schleswig-Holstein und die Welt“. Es wurden Kurzgeschichten und Gedichte im Kuhstall auf Hof Akkerboom vorgetragen. So konnte man mit Anna Malou einen Teil des Jakobsweges nach Santiago de Compostella wandern und mit Georg von Sternberg der Aufbruchsstimmung in der ehemaligen DDR und Russlands zur Zeit der Wende nachspüren. Mit den plattdütschen Kurz-geschichten von Lotte Brügmann-Eberhardt schlossen die Ausflüge in Schleswig-Holstein.
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Ein ambitioniertes Vorhaben stellte die „Moderevue - Zeitreise der Mode“ dar, die in Zusammenarbeit von Katharina Antonessa und der Max-Tau-Schule erstmals in Mettenhof präsentiert wurde. Eine Modeschau von den 20’er Jahren bis heute, die mit viel Schwung und geübtem Schritt und Tritt von den jungen und älteren Models vorgeführt wurde. Eine Zeitreise in bunten Kostümen, die Akteure wie auch Zuschauer in ihren Bann zog und verzauberte.
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Neben diesen Veranstaltungen bildeten weitere Mettenhofer Klassiker den Rahmen: das „Folk-Tanz-Café“ mit einer festen Besucherschar, der plattdüttsche Nachmittag vom Plattdüütschen Krink und Mettenhofer Singkreis sowie der beliebte Dia-Vortrag im AWo-Sadteilafé. Im Rahmen der Kulturtage schloss auch die Ausstellung „Souvenirs“ von Deborah di Meglio und Franziska Stubenrauch auf Hof Akkerboom mit einer launigen Finissage ihre Türen.
Von den über 1000 Besuchern waren 27,7% männlich und 72,3 % weiblich. Ca. 39 % aller Besucher kamen von außerhalb Mettenhofs. Eine Entwicklung, die sich bereits bei den letzten Kulturtagen abzeichnete und nun verstetigt hat. Die Kulturtage wirken erfreulich über Mettenhof hinaus.
Cai-Uwe Lindner erklärt abschließend: „Die Kulturtage sollen dazu beitragen, dass der Stadtteil über die Grenzen von Mettenhof hinaus als Kulturstandort wahrgenom-men wird. Mettenhofern wie auswärtigen Künstlern wird eine Plattform zur Präsentation geboten. Dies soll aber noch weiter ausgebaut werden“. Nach Lindners Vorstellungen soll künftig ein regelmäßiger Runder Tisch von Mettenhofer Kultureinrichtun¬gen und Institutionen dazu beitragen, über das gesamte Jahr die Kulturarbeit im Stadtteil zu verbessern. Ein regelmäßiger Mettenhofer Kulturkalender wäre eine gute Ergänzung. Weitere Kulturangebote sollen gemacht und neue Standorte erschlossen werden. Räume, wie das neue Bürgerhaus und das Polizeigebäude, besitzen Potenziale, die zu nutzen sind. Dabei geht es nicht um Konkurrenz zu bestehenden Ein¬richtungen, sondern um die dauerhafte Entwicklung eines vielfältigen kulturellen Angebots, das letztendlich zur Verbesserung des Mettenhofer Images beiträgt. Wäh¬rend Lindner noch an dieser Idee feilt, ist für ihn eine andere Sache schon sicher: „Die Stimmung bei Künstlern und Besuchern war hervorragend. Das motiviert uns. Die 4. Mettenhofer Kulturtage werden kommen!“.
Text und Fotos: Cai-Uwe Lindner – Gotlandwinkel 15 – 24109 Kiel
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