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12
May
2010
Gesichter Mettenhofs Schamal Zangana PDF Drucken E-Mail

Gesichter Mettenhofs - Schamal Zangana

Leiter des Übersetzungsbüros am Kurt-Schumacher-Platz 7


Schamal Zangana ist gebürtiger Iraker und siedelte 1993 nach Deutschland über, um neue Erfahrungen zu sammeln. Seine neue Heimatstadt wurde Kiel, in der er seitdem mit seiner Familie lebt.

Die Stadt gefällt ihm sehr gut, und ihm war schon nach wenigen Monaten klar, dass er von hier nicht mehr wegziehen möchte. In Kiel erlernte er den Beruf des Kommunikationstechnikers und arbeitete in einem großen Telekommunikationsunternehmen. Später entschied er sich, sein Abitur und sein Studium in Deutschland anerkennen zu lassen und darf seitdem auch hier als Soziologe tätig sein.
 

Schamal Zangana

Schamal Zangana

 


Ohne eine große Arbeitsunterbrechung ein zu legen, fing er an, als Kinder- und Jugendbetreuer im Sozialwesen bei der KJHV („Kinder und Jugend Hilfe“) und dem KJHD („Kinder und Jugenddienst“), tätig zu werden und arbeitet als Dolmetscher. In Kiel ist er zudem ehrenamtlich seit 1999 als Vorsitzender des kurdischen Kulturzentrums aktiv, wo er sich vor Allem für den Stadtteil Mettenhof einsetzt. Es macht ihm Spaß, mit den zuständigen Kultureinrichtungen zusammen viele Aktivitäten zu organisieren. Zum Beispiel wird für Kinder und Jugendliche Musik- und Sprachunterricht veranstaltet, Angebote, die auch sehr gerne angenommen werden.

Seit 2004 leitet er freiberuflich und selbstständig das „Übersetzungsbüro Zangana“, welches seine Räumlichkeiten im Gebäude des st@rtbüros am Kurt-Schumacher-Platz 7 hat. Die Hauptaufgabenfelder seines Unternehmens bestehen aus dem Dolmetschen und Übersetzen am Gericht, sowie Hilfestellung bei Behördengängen und Arztbesuchen in allen Sprachen. In erster Linie bekommt er Aufträge von Behörden, aber auch private Kunden kommen zu ihm und bitten um Hilfe. Diese machen nur einen geringen Anteil der Kundschaft aus, ungefähr 10 bis 15%. Da es ein privates Unternehmen ist, müssen auch Privatkunden zahlen, doch kommt es immer mal wieder vor, dass er gerade bei sozial schwachen Kunden mit dem Preis entgegen kommt.

 

Im Übersetzungsbüro arbeitet Frau Andrea Hennermann mit ihm zusammen und erledigt sämtliche anfallende Arbeiten für ihn. Sie ist eine aufgeschlossene und engagierte Frau, welche er nicht mehr missen möchte. Andrea erleichtert ihm den Arbeitsalltag ungemein und ihre freundliche und fröhliche Art ist eine große Bereicherung für Herrn Zangana’s Unternehmen. Ansonsten arbeitet er oft mit anderen Dolmetschern zusammen, doch sind diese nicht fest in seinem Büro angestellt. Der Kontakt läuft dann per Telefon und E-Mail. Schamal selbst ist für Arabisch und Kurdisch vereidigt am Amtsgericht Kiel.

 

Zusätzlich neben dem eigenen Übersetzungsbüro ist er noch aktiv in der Immigrationsarbeit, wofür er eng mit der Polizei und den Schulen zusammen arbeitet, unter Anderem wegen der Problematik der Jugendkriminalität. Auch andere Behörden, wie zum Beispiel der Allgemeine Soziale Dienst und das Jobcenter, stehen mit ihm in Verbindung. Für die Stadt Kiel arbeitet er zum Beispiel in den Krankenhäusern als Übersetzer.

 

Mettenhof ist und bleibt ein schöner Stadtteil. Er steht für Multi-Kulti mit einer ganz besonderen Mischung. Wie in jedem Ballungsgebiet größerer Städte, existieren auch in Mettenhof soziale Brennpunkte. Doch sind die zuständigen Behörden aktiv bemüht, diese auszumerzen. Für Schamal Zangana ist es wichtig, dass in Zukunft mehr Zusammenhalt in Mettenhof entsteht. „Man sieht oft, dass die Menschen sich in ihre eigene Welt zurück ziehen und nicht auf Andere zu gehen“. Er sagt, dass sich momentan eine Parallelgesellschaft entwickelt, ähnlich wie sie bereits in Gaarden herrscht, doch soll dem entgegen gesteuert werden. Wir haben viele Kulturen in Mettenhof, doch leider sind diese noch zu oft unter sich. Die Menschen müssen sich öffnen und auch in andere Kulturbereiche hinein schnuppern, ohne dabei ihre Eigene zu vernachlässigen.

Herr Zangana wünscht sich, dass zukünftig Nachbarschaftsfeste statt finden, an denen jeder teilnimmt, egal, welcher Nationalität er angehört. Außerdem muss es kostengünstige Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche für die Freizeitgestaltung geben, daran mangelt es zurzeit ebenfalls. Es ist kein Geheimnis, dass viele Familien eher finanziell schwach sind, doch die Kinder dürfen da drunter nicht leiden.

 

 

 

 


Schamal fordert aber nicht nur, sondern er tut auch viel für den Stadtteil. Er selbst ist aktives Mitglied in der Stadtteilkonferenz und reicht bei den zuständigen Behörden regelmäßig Vorschläge ein, was man in Mettenhof tun könnte. Aktuell versucht er, die Bereiche Kunst und Musik den Mettenhofern näher zu bringen. Er stellt sich vor, dass Kinder und Jugendliche in Workshops malen und so an die Kunst heran geführt werden, alles unter Anleitung von Künstlern. Diese Veranstaltungen dürfen den Teilnehmern keinen Cent kosten, damit auch wirklich jeder in den Genuss kommen kann.

Beim Thema Musik gestaltet es sich ähnlich. Musikkurse sollen von ehrenamtlich mitarbeitenden Musikern veranstaltet werden und den Bürgern Mettenhofs die Möglichkeit bieten, selbst Musik zu machen anstatt sie nur zu hören. Gerade Musik ist eine „Sprache“, die weltweit zu verstehen ist, eine deutsche „A- Dur“ Note liest sich und hört sich genau so an wie eine japanische „A – Dur“ Note. Familien sollen ohne Angst und mit Vertrauen an diesen Veranstaltungen teilnehmen können, auch wenn sie keine sprachlichen Kenntnisse haben. Es soll gerade den Migranten gezeigt werden, dass ein Zusammenleben im Stadtteil Mettenhof wichtig und gut ist, und man sich nicht zurück ziehen und verstecken muss.

Schamal Zangana ist 42 Jahre alt und glücklich verheiratet. Der Vater von zwei Kindern, sieben und zehn Jahre alt, wohnt mit seiner Familie in Kiel - Russee. Gerade die Kinder sind ihm sehr wichtig. Er spricht mit unüberhörbarem Stolz davon, dass sein Sohn Mathematiker werden will und seine Frau und er ihm natürlich jede mögliche Unterstützung dafür bieten werden. „Wir werden uns bemühen, die Wünsche und Träume, die die Kinder haben, zu erfüllen“, sagt er voller Überzeugung. Die beiden Kleinen haben ein sehr starkes Gefühl, hier her zu gehören und wollen für das Land etwas tun. Das ist auch ein Ziel von Herrn Zangana: „Als Familie ist es auch uns ganz wichtig, dass wir das Gefühl haben, engagiert für dieses Land etwas tun zu können.“

Für die Zukunft wünscht er sich, mit noch mehr mit Menschen zusammen arbeiten zu können. Er hofft sehr, dass die Organisation des „Nachbarschaftsfestes“ problemlos klappen und viele Menschen ansprechen wird. Er möchte, dass es ein tolles, gemeinsames Fest wird, an dem alle Nationalitäten teilnehmen und ihre Freude teilen werden. Trotz sprachlicher oder finanzieller Schwierigkeiten soll jeder aus seinem Schneckenhaus heraus kommen und mit Allen zusammen feiern.

Ich schließe mich diesem Wunsch an und hoffe sehr, dass dieses Nachbarschaftsfest auch stattfinden wird. Mettenhof braucht diesen Zusammenhalt, und wer einmal ein internationales Fest mitgemacht hat, sich an den unterschiedlichsten, kulturellen Leckerbissen verschiedenster Nationen ergötzen konnte, weiß, wie viel Spaß so eine Feier macht.

Kai Gemein
st@rtbüro



Kontakt:
Kurt-Schumacher-Platz 7
24109 Kiel
Tel.:0431-7759716
Mobil:0179-7719295
Fax:0431-7759716
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Öffnungszeiten: Mo. bis Fr. 10.00–13.00 Uhr



 

Im Übersetzungsbüro arbeitet Frau Andrea Hennermann mit ihm zusammen und erledigt sämtliche anfallende Arbeiten für ihn. Sie ist eine aufgeschlossene und engagierte Frau, welche er nicht mehr missen möchte. Andrea erleichtert ihm den Arbeitsalltag ungemein und ihre freundliche und fröhliche Art ist eine große Bereicherung für Herrn Zangana’s Unternehmen. Ansonsten arbeitet er oft mit anderen Dolmetschern zusammen, doch sind diese nicht fest in seinem Büro angestellt. Der Kontakt läuft dann per Telefon und E-Mail. Schamal selbst ist für Arabisch und Kurdisch vereidigt am Amtsgericht Kiel.

Zusätzlich neben dem eigenen Übersetzungsbüro ist er noch aktiv in der Immigrationsarbeit, wofür er eng mit der Polizei und den Schulen zusammen arbeitet, unter Anderem wegen der Problematik der Jugendkriminalität. Auch andere Behörden, wie zum Beispiel der Allgemeine Soziale Dienst und das Jobcenter, stehen mit ihm in Verbindung. Für die Stadt Kiel arbeitet er zum Beispiel in den Krankenhäusern als Übersetzer.

Mettenhof ist und bleibt ein schöner Stadtteil. Er steht für Multi-Kulti mit einer ganz besonderen Mischung. Wie in jedem Ballungsgebiet größerer Städte, existieren auch in Mettenhof soziale Brennpunkte. Doch sind die zuständigen Behörden aktiv bemüht, diese auszumerzen. Für Schamal Zangana ist es wichtig, dass in Zukunft mehr Zusammenhalt in Mettenhof entsteht. „Man sieht oft, dass die Menschen sich in ihre eigene Welt zurück ziehen und nicht auf Andere zu gehen“. Er sagt, dass sich momentan eine Parallelgesellschaft entwickelt, ähnlich wie sie bereits in Gaarden herrscht, doch soll dem entgegen gesteuert werden. Wir haben viele Kulturen in Mettenhof, doch leider sind diese noch zu oft unter sich. Die Menschen müssen sich öffnen und auch in andere Kulturbereiche hinein schnuppern, ohne dabei ihre Eigene zu vernachlässigen.

Herr Zangana wünscht sich, dass zukünftig Nachbarschaftsfeste statt finden, an denen jeder teilnimmt, egal, welcher Nationalität er angehört. Außerdem muss es kostengünstige Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche für die Freizeitgestaltung geben, daran mangelt es zurzeit ebenfalls. Es ist kein Geheimnis, dass viele Familien eher finanziell schwach sind, doch die Kinder dürfen da drunter nicht leiden.

Schamal fordert aber nicht nur, sondern er tut auch viel für den Stadtteil. Er selbst ist aktives Mitglied in der Stadtteilkonferenz und reicht bei den zuständigen Behörden regelmäßig Vorschläge ein, was man in Mettenhof tun könnte. Aktuell versucht er, die Bereiche Kunst und Musik den Mettenhofern näher zu bringen. Er stellt sich vor, dass Kinder und Jugendliche in Workshops malen und so an die Kunst heran geführt werden, alles unter Anleitung von Künstlern. Diese Veranstaltungen dürfen den Teilnehmern keinen Cent kosten, damit auch wirklich jeder in den Genuss kommen kann.

Beim Thema Musik gestaltet es sich ähnlich. Musikkurse sollen von ehrenamtlich mitarbeitenden Musikern veranstaltet werden und den Bürgern Mettenhofs die Möglichkeit bieten, selbst Musik zu machen anstatt sie nur zu hören. Gerade Musik ist eine „Sprache“, die weltweit zu verstehen ist, eine deutsche „A- Dur“ Note liest sich und hört sich genau so an wie eine japanische „A – Dur“ Note. Familien sollen ohne Angst und mit Vertrauen an diesen Veranstaltungen teilnehmen können, auch wenn sie keine sprachlichen Kenntnisse haben. Es soll gerade den Migranten gezeigt werden, dass ein Zusammenleben im Stadtteil Mettenhof wichtig und gut ist, und man sich nicht zurück ziehen und verstecken muss.

Schamal Zangana ist 42 Jahre alt und glücklich verheiratet. Der Vater von zwei Kindern, sieben und zehn Jahre alt, wohnt mit seiner Familie in Kiel - Russee. Gerade die Kinder sind ihm sehr wichtig. Er spricht mit unüberhörbarem Stolz davon, dass sein Sohn Mathematiker werden will und seine Frau und er ihm natürlich jede mögliche Unterstützung dafür bieten werden. „Wir werden uns bemühen, die Wünsche und Träume, die die Kinder haben, zu erfüllen“, sagt er voller Überzeugung. Die beiden Kleinen haben ein sehr starkes Gefühl, hier her zu gehören und wollen für das Land etwas tun. Das ist auch ein Ziel von Herrn Zangana: „Als Familie ist es auch uns ganz wichtig, dass wir das Gefühl haben, engagiert für dieses Land etwas tun zu können.“

Für die Zukunft wünscht er sich, mit noch mehr mit Menschen zusammen arbeiten zu können. Er hofft sehr, dass die Organisation des „Nachbarschaftsfestes“ problemlos klappen und viele Menschen ansprechen wird. Er möchte, dass es ein tolles, gemeinsames Fest wird, an dem alle Nationalitäten teilnehmen und ihre Freude teilen werden. Trotz sprachlicher oder finanzieller Schwierigkeiten soll jeder aus seinem Schneckenhaus heraus kommen und mit Allen zusammen feiern.

Ich schließe mich diesem Wunsch an und hoffe sehr, dass dieses Nachbarschaftsfest auch stattfinden wird. Mettenhof braucht diesen Zusammenhalt, und wer einmal ein internationales Fest mitgemacht hat, sich an den unterschiedlichsten, kulturellen Leckerbissen verschiedenster Nationen ergötzen konnte, weiß, wie viel Spaß so eine Feier macht.

Kai Gemein
st@rtbüro



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