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Er machte Wüstenläufe von 255 Km durch die Kalahari und 550 Km durch die Takla-Makan in China mit. Eine verblüffende, erstaunliche, großartige Leistung, die in der Rubrik "Mettenhofer Gesichter" nicht fehlen darf. Je länger der Multi-Sportler unterwegs ist, umso wohler fühlt er sich.
Ich, Bianca Enders, fing vor zwei Jahren an zu joggen. Ich bemerkte, dass es im Nebenhaus einen älteren Mann gab, der auch joggte. Wir kamen schnell in Kontakt. Als er mir verriet, dass er 70 Jahre alt ist, viele Marathons gelaufen hat und noch läuft, kam ich aus dem Staunen nicht mehr raus. Weiter erzählt er, das er erst sehr spät mit dem Laufen anfangen hat. Seine Art und Weise stärkte mich in meinem Wunsch, auch einmal Marathon zu laufen. Ich möchte diese Bekanntschaft nicht mehr missen.
Durch die Rubrik "Mettenhofer Gesichter" auf mettenhof.de war mir sofort klar, die Geschichte eines Menschen mit so einer Ausdauer, die er immer wieder unter Beweis stellt, darf in der Internetzeitung nicht fehlen. Ich sprach mit meiner Kollegin und auch sie war Feuer und Flamme. Durch Recherchen vorab erfuhren wir, dass er an über 900 Wettkämpfen und dabei allein an über 120 Triathlons, 60 Ultraradrennen bis 600km, ein Dutzend Wüstenläufe und Langstrecken Schwimmen, wie von Dänemark nach Deutschland teilgenommen hat. Wir fragten uns, wo er die Energie her nimmt und aus diesem Grunde wollten wir mehr aus seinem Leben erfahren.
Karl-Heinz Jost wurde am 18.02.1937in Kiel geboren und wohnt in Mettenhof. Obwohl er damals ein kleiner Junge war, kann er sich noch gut an die Bombenangriffe auf Kiel erinnern. Er weiß noch genau, dass seine Familie in der Treppenstrasse unter den Trümmern des von Fliegerbomben zerstörten Hauses verschüttet wurde. Noch zwei weitere Male wurden sie in Kiel ausgebombt. Eine ruhigere Bleibe fanden sie noch während des Krieges erst in Flintbek und danach in Bordesholm. "Für die Erwachsenen waren die Kriegsjahre eine schlimmere Zeit, als für uns Kinder, wir empfanden es eher als Abendteuer", erzählt uns Karl-Heinz Jost. "Während des Krieges und noch Jahre danach, gab es so gut wie keine Möglichkeiten eine Sportart in einem Verein auszuüben". Später spielte er als Schüler Fußball im VfB Bordesholm.
Ab 1950 war er im "Akatuki" und absolvierte im Judo auch Wettkämpfe, auch im benachbarten Ausland. Aus Teilen alter Fahrräder werkelte er sich ein Rad zusammen und organisiert schon als 13-jähriger Radtouren, erzählt Herr K. H. Jost. In seiner Familie wurde kein Sport betrieben. Durch den Krieg wurde er sehr spät eingeschult und übersprang dann mehrere Klassen.
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Nach dem ersten Schulabschluss stockte er weiter auf und erlangte die Hochschulreife, fuhr ca. fünf Jahre zur See, um das Geld zum studieren zusammen zu bekommen. Sein Vater fiel 1943 im Krieg und aus diesem Grund gab es nie viel Geld. Das Geld fürs Studium hat er sich selbst erarbeitet. Er ging wieder an Land und studierte Schiffsbetriebstechnik. Er schloss das Studium mit Prädikat ab. Im Dock und Hafenbetrieb in einem großen Werftbetrieb in Kiel, hat er als technischer Leiter gearbeitet.
Das mit dem speziellen Studium erworbene C6-Patent, erlaubt ihm, schwimmende oder stationäre große Wärmekraftanlagen als Leitender Ingenieur zu "fahren". Dieses Patent ist, wie ein Autoführerschein, bei schweren Vorkommnissen aberkennbar, erklärt er.
Herr Jost war schon einmal verheiratet und hat eine Tochter. Sie studierte Medizin und ist heute Frauenärztin, erzählt er voller Stolz. Herr Karl-Heinz Jost ist mit seiner ersten Frau, vor 33 Jahren in den Sportverein TUS H/Mettenhof eingetreten. Erst nach der Scheidung von seiner ersten Frau, fing er mit 50 Jahren an zu Laufen. "Mein Wunsch war es mich sportlich zu betätigen im Kreise anderer Menschen. Die Geselligkeit und Gemeinsamkeit die es im Sport gibt, ist mit nichts Anderem zu vergleichen". Deshalb begann er regelmäßig Sport auszuüben, sagt er. Herr Jost hat nicht von Anfang an vorgehabt Marathon zu laufen. Inzwischen sind es fast 400 geworden.
Er hat zu den Läufern aufgeschaut und ihre Leistungen bewundert, drückt er voller Achtung aus. Anfang der 80er Jahre ist Herr Jost mit dem Leichtathleten Klaus Schultze vom TUS H/Mettenhof, die ersten Runden um den Sportplatz im BZM gelaufen. Klaus war 1994 sein Trauzeuge. Auf einer Geburtstagfeier von K. Schultze mit 20 Gästen, beschlossen 8 Leute am Schönberger Strand beim Triathlon, der 600m Schwimmen, 28 km Rad fahren und 8 km Laufen beinhaltete, mitzumachen, natürlich überredeten sie Herrn Jost auch dazu. Es war ein Kurz-Triathlon. Sein erster. Er war der einzige Starter aus dieser Gruppe, da die anderen Sportler nicht angetreten sind.
"Ungeübt und unwissend ging ich an den Start. Dafür habe ich dennoch ganz gut abgeschnitten. Das machte mich neugierig auf mehr." sagte Herr Jost. "Es hat mir weiter Spaß gemacht, ich bin dabei geblieben. Meine Leistungen im Schwimmen, Rad fahren und Laufen, konnte ich von Mal zu Mal steigern und das ermutigte mich, immer weiter zu machen", erzählt er beeindruckend. Er schwimmt jede Distanz, in jedem Wasser, auch vor Hawaii, nur auf dem Rücken, erklärt er.
LESEN SIE -HIER- TEIL 2 DES BERICHTES ÜBER KARL-HEINZ JOST
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