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Wir haben ihn an seinem siebzehnten Geburtstag beim Tanztraining mit den Schülern seiner Tanzgruppe "Tie!Kieler" in der Turnhalle des BZM getroffen. Zur Zeit besucht Thomas Jaschinski die Zehnte Klasse der Realschule im Bildungs-Zentrum-Mettenhof und will danach das berufliche Gymnasium am Ravensberg besuchen, wo er sich in Richtung Wirtschaft orientieren möchte.
Als Nebenfach hat Thomas Jaschinski Kultur gewählt, weil dieses Fach darstellendes Spiel, Theater, Musik und Tanz beinhaltet. Schon als kleines Kind hatte er den Wunsch Schauspieler zu werden. "Ich wollte ins Fernsehen, die Leute von mir überzeugen" wie er sagt. Im Alter von 12 Jahren erfuhr er, dass schauspielerisches Talent alleine nicht reicht, dass man auch tänzerische Kenntnisse haben sollte. Dies ist der Grund, weshalb er erst mit zwölf Jahren zu tanzen anfing.
"Meine Eltern dachten, das mit dem Tanz und Schauspiel wäre nur ein Hobby, das sich mein Berufswunsch noch ändern würde. War aber nicht so." sagt der Mettenhofer lachend der sich in dem Kieler Stadtteil wohl fühlt.
Nachdem seine Eltern jedoch gemerkt haben, dass es ihm ernst damit ist, unterstützen sie ihn seitdem so gut sie können. Dies gilt auch für seine Freunde, die es toll finden was er macht. Mit 14 Jahren ist Thomas Jaschinski zum ersten Mal mit dem Ballett in Berührung gekommen. Die klassische Ballettausbildung, die mit acht Jahren beginnt, hat er aber nicht absolviert. Er selber war in und an Bühnenproduktionen beteiligt als Tänzer, Schauspieler und Sänger. Wenn man ihn darum bittet, tritt er bei Events auf, wie beispielsweise im Zirkus Beppolino, wo er als Solotänzer aufgetreten ist. Bei dieser Veranstaltung wurde Geld für ein neues Zelt gesammelt.
Auch wird das Multitalent häufig u.a. für Hochzeiten gebucht, auf denen er Lieder singt wie z.B. Musicalstücke, Pop, Rock, Balladen. Seine Stimmlage ist Bass Bariton, die zwischen Baß und Tenor liegt. Er trat beim Wettbewerb "Musical & More" im Kieler Schloss auf, wo er gesungen und getanzt hat und den neunten Platz belegte.
Thomas Jaschinski war der Haupttänzer im Musical in seiner Schule und hat eine Mittelrolle gespielt. Er möchte gerne eine Rolle in Musicals wie z.B. "König der Löwen" oder "Mamma Mia" bekommen. Zum Ziel hat er sich mindestens bis zum 28. Lebensjahr selbst auf der Bühne zu stehen gesetzt und dann eine eigene Tanzschule zu gründen.
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In seiner derzeitigen Schule im BZM leitet Thomas Jaschinski eine Tanz AG mit Schülern zwischen 10 und 16 Jahren. "Es verlangt viel harte Arbeit und Disziplin, die Gruppe zusammenführen und zu trainieren", wie er dabei aussagt. Trotz aller Schwierigkeiten hat er die Tanzshow "School on Stage" (Schule auf der Bühne) auf die Beine gestellt, die große Erfolge verbuchen konnte. Hierfür wurden 180 Schüler als Bühnenhilfe, Sänger, Tänzer und Schauspieler von der Haupt- und Realschule am BZM sowie dem Thor-Heyerdahl-Gymnasium beschäftigt.
Es wurden verschiedene Tänze gezeigt, sowie Gesangsstücke und Ausschnitte aus Theaterstücken. Für die größeren und die kleineren Schüler hat sich Thomas Jaschinski die Choreographie selber ausgedacht. "School on Stage" wurde im BZM aufgeführt und das Eintrittsgeld wurde für die Reise- und Unterbringungskosten der Jugendherberge für die "Duisburger Tanztage" verwendet. "Die Schüler bekommen eine einmalige Chance etwas sinnvolles zu machen, anstatt auf der Strasse Gegenstände zu zerstören", wie Thomas Jaschinski lobend aussagt.
An den Duisburger Tanztagen haben ca. 450 Tanzgruppen teilgenommen, unter anderem staatliche und private Tanzschulen und Amateurgruppen wie "Tie!Kieler". Die "Tie!Kieler" haben es geschafft, auf den sechsten Platz im Gesamtklassement zu kommen. Ein beachtlicher Erfolg. Von 118 Gruppen aus ganz Deutschland belegten sie in der Sparte "Kids" sogar den ersten Platz.
"Wenn ich das Endprodukt sehe, den Endtanz mit den Kostümen, dann weiß ich, ich habe das Ziel erreicht", wie Thomas Jaschinski stolz sagt. "Es macht mich glücklich, wenn andere glücklich sind". Des weiteren wünscht er sich für seine Tanz AG, "dass sich die Gruppe besser zusammenfindet und mehr Jungs dabei sind". Besonders aber dass die Tanzgruppe finanziell besser unterstützt wird, damit sie noch an vielen Wettbewerben teilnehmen kann.
Sein persönlich größter Wunsch aber ist es nicht etwa einen Oscar zu erhalten, sondern einen zu verleihen, und "dies an die beste Schauspielerin".
Halima Khabou & Bianca Enders
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