Start Gesichter Mettenhofs Gesichter Mettenhofs: H. Reckers-Teichelmann
21
Apr
2009
Gesichter Mettenhofs: H. Reckers-Teichelmann PDF Drucken E-Mail

Ein Leben für Kinder und den Glauben

Hildegard Reckers-Teichelmann (44) ist seit zwölf Jahren Leiterin des Katholischen Kinderhauses Janusz Korczak in Kiel-Mettenhof. In Boostedt bei Neumünster aufgewachsen, wohnt sie heute in Neumünster und füllt ihre Arbeit im Kinderhaus mit Überzeugung und Tatendrang aus....

  Hildegard Reckers-Teichelmann, Leiterin Janusz-Korczak-Kinderhaus in Kiel-Mettenhof(Hildegard Reckers-Teichelmann (44) ist als Leiterin des Janusz-Korczak-Kinderhauses sehr engagiert)

Seit Hildegard Reckers-Teichelmann im Alter von 13 Jahren ein Praktikum in einem Boostedter Kindergarten absolvierte, ließ die katholisch Erzogene und vom christlichen Glauben Überzeugte sowie dafür Einstehende die Arbeit mit Kindern nie wieder los. Zwar habe sie während ihrer Pubertät sowohl den Glauben, als auch den Erziehungsstil ihrer Eltern in Frage gestellt. Mit 17 jedoch fand die Jüngste von vier Geschwistern dann ihre Wurzeln und stellte fest, dass sie den christlichen Glauben nicht aus ihrem Leben ausklammern kann und will. Deswegen sei es für sie wichtig in Ihrer Arbeit mit Kindern den christlichen Glauben zu gestalten und zu leben. "Christliche Erziehung bei Kindern ist sehr wichtig und das gehört in unserer Kultur und zu unserem Menschenbild dazu", wie Reckers-Teichelmann aussagt. Das Janusz-Korczak-Kinderhaus ist jedoch auch für andere Religionen offen. Den Eltern wird am Anfang immer erklärt, dass die Kinder den christlichen Glauben erleben und das der christliche Glaube aktiv gestaltet wird. Kinder aus anderen Glaubensrichtungen werden aufgefordert auch etwas aus ihrem Glauben einzubringen und einige machen davon auch Gebrauch.

Noch während ihrer Schulzeit führte die heutige Mutter eines 22-jährigen Sohnes, der in Heidelberg studiert, eine begleitende Unterstützung in einer Kindertagesstätte aus. Mit einer Ausbildung zur Kinderpflegerin und im Anschluss zur Erzieherin, sowie kontinuierlichen Weiterqualifizierungen, stellte Hildergard Reckers-Teichelmann für ihre berufliche Laufbahn die Eckpfeiler auf und legte somit ihren Wunsch mit Kindern zu arbeiten entgültig fest.

Nach Praktika und 10 Jahren praktischer Arbeit, die Reckers-Teichelmann im kommunalen Kindergarten in Boostedt, sowie im kath. Kindergarten in Neumünster absolvierte, wurde sie vom damaligen Gemeindepastor der St. Birgitta Gemeinde Mettenhof, Pfarrer Mecklenfeld, dazu ermutigt sich für die zu vergebende Leitungsstelle im Janusz-Korczak-Kinderhaus zu bewerben, deren Bewerber dem katholischen Glauben angehören mussten, wo sie 1997 dann schließlich ihre Arbeit aufnahm.

Seitdem bestimmt die Arbeit als Leiterin des Janusz-Korczak-Kinderhauses, dessen Namensgebung entstand, als viele Aussiedler aus Polen in Mettenhof lebten und der Kirchengemeinderat beschloss einen Namen zu wählen, mit dem die Menschen auch "etwas anfangen" konnten sowie mit dem Namen auch ein bestimmtes, pädagogisches "Know How" stecken sollte, ihr Leben und der Beantwortung der Frage, welche pädagogischen Ideen Janusz Korczak hatte und welche übernommen werden könnten. So z.B. vor allem seinen Einsatz für Kinderrechte, etwa einer Selbstbestimmung der Kinder. "Das Kind ist klein und ich begleite es in seinem Sein, so wie es jetzt ist. Ich greife nicht vor, das Kind bestimmt das Tempo, indem es sich entwickelt", erklärt Hildegard Reckers-Teichelmann.

 

Das Janusz-Korczak-Haus, welches derzeit einen Erweiterungsbau erhält (mettenhof.de berichtete), wird von momentan 90 auf 160 Plätze erhöht. So kommen drei Gruppen für Kinder unter 3 Jahren hinzu, für deren Altersgruppe extra Wickeltische, eine "Planschzone" im Waschraum sowie in den Kinderküchen Möglichkeiten zur Zubereitung von Fläschchen und kleinen Speisen, eingerichtet wird. Zwei weitere Gruppen in der Altersstufe 3 bis 6 Jahre kommen ebenfalls hinzu.

In dem neu erweiterten und behindertengerechtem Kinderhaus, in dem die Kindergruppen gemeinsam sowohl aus behinderten und nicht behinderten Kindern bestehen, gibt es einen Aufzug und eine Außengalerie, von der die Kinder direkt auf den Spielplatz rutschen können. Im Hallenbereich wird ein Bällebad angesiedelt. Neben einem neuen Mitarbeiter Bereich, der Vergrößerung der jetzigen Turnhalle, wird es Gruppennebenräume, die gering bestückt werden, damit man immer etwas neues machen kann, und eine Küche geben.

Die Betreuung der Kinder erfolgt Gruppenbezogen. Daneben werden Fördereinheiten angeboten wie z.B. Sprachförderungsmaßnahmen, musikalische Früherziehung, Schulmäuse, Kunst für Kinder und der Ausbau persönlicher Kompetenzen, z.B. das Umgehen mit Zahlen und Mengen. Der katholische Glaube wird gelebt z.B. indem man am Anfang eines Kindergartenjahres Tischgebete einführt und diese vor den Mahlzeiten spricht. Später können die Kinder die Segenslieder und Tischgebete selbst aussuchen. Auch christliche Feste, wie z.B. Ostern, Pfingsten oder St. Martin werden von den Kindern und Betreuern vorbereitet und gemeinsam gefeiert. Den Kindern wird auf verständliche Weise die Geschichte des Osterfestes nahe gebracht, sowie die biblischen Geschichten und das Leben Jesus Christus. Dazu können die Kinder Fragen stellen und eine eigene Philosophie dazu entwickeln um ihren eigenen Glaubensweg zu finden.

Auf die Frage was sie sich für den Erweiterungsbau wünscht antwortet Hildegard Reckers-Teichelmann: "Das es wunderbar durchdacht gebaut wird. Keine Nachbesserungen erforderlich werden, sondern das man es, wenn es fertig ist, uneingeschränkt in Betrieb nehmen könne. Das alles was wir uns praktikabel ausgedacht haben auch wirklich praktikabel ist und die Kinder jeden alters viele anregende Herausforderungen finden".


Bericht und Foto:
Bianca Enders & Halima Khabou


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