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Als Kind empfand Armin Mack nicht, dass seine Familie außergewöhnlich religiös war, doch der christliche Glaube spielte eine große Rolle. Eine frühe Prägung war die Erstkommunion in der zweiten Klasse. In seiner Jugend gehörte er zu den Pfadfindern in der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg. Diese Bewegung lebte stark nach dem christlichen Glauben. Die Freizeiten wurden nach dem Pfadfindergesetz gelebt, das als Aktualisierung und Konkretisierung der 10 Gebote verstanden werden kann. Auch der Kontakt zu Geistlichen gehörte dazu.
Nach dem Abitur absolvierte Armin Mack ein Theologiestudium in Frankfurt, Münster und Osnabrück. Um Priester werden zu können, muss man das Interesse und den Willen dazu haben sowie eine Motivation die religiös begründet sein muss. Außerdem muss ein Bischof sein Einverständnis erteilen. Das Grundstudium bis zur Priesterweihe dauert sechs Jahre. Die Ausbildung wird kirchlich begleitet und die Fächer im Studium sind vorgeschrieben. "Der Weg um Priester zu werden, ist ein Prozess, der viel Kraft kostet", so Pastor Mack. "Natürlich kommen in dieser Zeit Zweifel auf, ob der Wunsch Priester zu werden richtig ist. Man sagt sich 'die Aufgabe ist groß', sie ist nicht selbstverständlich und fragt sich, will Gott mich überhaupt für diesen Beruf?"
Diese Fragen und Zweifel können in Gesprächen geklärt werden. Dafür gibt es eigens einen Beauftragten, den "Spiritual", der die Studenten, die Priester werden wollen, begleitet. "Mit ihm werden speziell geistliche Fragen besprochen", erklärt der Mettenhofer Pastor. "Auch jene wie z.B. 'soll ich, soll ich nicht?', und 'kann ich das, habe ich die richtige Motivation?' Oder überwiegen die Zweifel?"
Zu Beginn seines Studiums hat Armin Mack zwei Jahre im Seminar der philosophischen theologischen Hochschule in Frankfurt gewohnt, danach jeweils zwei Jahre in Münster und Osnabrück. Nach seiner Priesterweihung 1968 ging er die nächsten vier Jahre als Kaplan nach St. Joseph nach Kiel-Gaarden. Danach wirkte er von 1972 bis 1978 in Osnabrück in der St. Elisabeth Kirche. Von 1978 an war er dann 20 Jahre lang in der St. Mariengemeinde in Hamburg Bergedorf tätig und anschließend bis 2003 in der St. Hedwig Gemeinde in Norderstedt in der Nähe von Hamburg.
2003 ist Mack vom Bistum gefragt worden, ob er das Pastoralamt in Mettenhof annehmen möchte. Wie er selber sagt, war dies eine Zehn-Sekunden-Entscheidung. "Ich kannte Mettenhof, ohne je da gewesen zu sein". Seine Entscheidung wurde besonders dadurch beeinflusst, dass er vier Jahre im Stadtteil Gaarden tätig war. Er kannte die Problematik mit Hochhaussiedlungen, weil es bei seiner Arbeit in Hamburg-Bergedorf (Bergedorf-West, Neu Allemöhe) ebenfalls solche gab.
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Die St. Birgitta Gemeinde in Mettenhof umfasst 2700 Mitglieder. "Der Anteil der Ausländer ist nicht besonders hoch", so Pastor Mack. Er rechnete am Anfang seiner Amtszeit mit einem viel höheren Ausländeranteil in der Gemeinde. Viele Migranten die in seine Kirche kommen, stammen aus Polen. Am Dienstag und Freitag kommen etwa zwanzig Personen zur Heiligen Messe um 8:30 Uhr. Sonntags hingegen erscheinen im Schnitt 220 Christen zum Gottesdienst.
Es gab schon in den Neunzehnhundertsechziger Jahren die katholische und die evangelische Gemeinde in Mettenhof. Die beiden Gemeinden entschlossen sich 1970 gemeinsam eine Kirche und ein Gemeindehaus zu bauen - ein Ökumenisches Zentrum. Die Eigentumsverhältnisse sind denkbar einfach: Die Kirche selbst gehört der katholischen St. Birgitta Gemeinde und das Gemeindehaus der evangelischen Thomas-Gemeinde, doch die Nutzung ist gegenseitig und unentgeltlich. Die Gemeinden haben viele Lebensäußerungen gemeinsam wie z.B. der Neujahresempfang, die Einschulungsgottesdienste- und Konzerte. Jedes Jahr wird zu Pfingsten die Kirchweihwoche gemeinsam begangen. Auf Grund der guten Zusammenarbeit ist es den Bürgern oftmals gar nicht bewusst, dass es zwei Gemeinden sind.
In der katholischen Kirche müssen Pastoren ehelos und kinderlos bleiben; das heißt, dass man im Zölibat lebt. Der Zölibat wurde für die Priester zwischen dem 11. und 12. Jahrhundert festgeschrieben. Er ist kein göttliches, sondern ein kirchliches Gesetz. "Manche bleiben ehelos um des Himmelreichen Willens. 'Wer es fassen kann, der fass’ es'", zitiert Pastor Mack aus dem Matthäus Evangelium (19,12). "Ich muss mir die Menschen nicht zurechtbiegen. Die Menschen sind da und sie werden so akzeptiert", erklärt der Pastor, der nach kirchlichen Richtlinien bei der Kirche wohnen soll. "Ich wünsche, dass der Glaube ernsthaft gelebt wird und im Gottesdienst gefeiert wird".
Pastor Mack wünscht sich das mehr junge Menschen zum Gottesdienst kommen und sich "trauen sollen, mitzuarbeiten". Auf die Frage, ob er mit seiner Entscheidung Pastor zu werden glücklich ist, antwortet Armin Mack abschließend: "Ich habe die Lebensform nicht erfunden, ich habe sie schon vorgefunden. Gott und der Kirche zu dienen hat für mich Vorrang. Ich dachte, ich darf mich so entscheiden".
Text und Fotos:
Bianca Enders & Halima Khabou
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