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26
Feb
2010
Pflege im Alter Drucken E-Mail

Keine Angst vor der Pflege im Alter

Julia Wagner studiert Diplom-Sozialpädagogik und schreibt gerade an ihrer Diplomarbeit mit dem Thema „Lebensqualität von älteren Spätaussiedlern in Kiel und Umgebung“.

Julia Wagner wurde am 23.03.1979 Rudnyi in Kasachstan geboren und hat bis zu ihrem siebten Lebensjahr dort gelebt, danach ist ihre Familie wegen besserer Arbeitsmöglichkeiten in die russische Föderation gegangen.

Frau Wagner ist mit 17 Jahren als Spätaussiedlerin nach Deutschland gekommen.

Frau Wagner arbeitet in den Kieler Servicehäusern der AWO. Im Servicehaus Mettenhof ist sie für die Koordination, Planung und Durchführung des Projekt „Netzwerk ältere MigrantInnen“ zuständig.

2009 ist in Kiel ein neues Projekt „Netzwerk ältere MigrantInnen“ ins Leben gerufen worden. Es gibt das Projekt in Gaarden(für vier Jahre) und in Mettenhof(für zwei Jahre).
 

 

لا داعى للقلق حول رعاية المسنين

 

پیویست ناکات له‌ پیری بترسین 

 

Она хочет невозможное сделать возможным!

 

In Gaarden erfolgt die Koordination durch eine Mitarbeiterin der Türkischen Gemeinde Schleswig-Holstein e.v.

Der Hauptträger ist die Arbeiterwohlfahrt Landesverband Schleswig-Holstein e.V. mit Beteiligung der Türkischen Gemeinde, dem DRK Landesverband S-H, des Paritätischen S-H e.v., sowie vieler anderer Organisationen.

Das Projekt „Netzwerk älterer MigrantInnen“ richtet sich an Menschen mit Migrationshintergrund über 50 Jahren, deren Familienangehörige, Vereine, Verbände und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Einrichtungen der Altenarbeit und des Gesundheitswesens.

Das Hauptziel ist, das es in Zukunft keine Hindernisse mehr gibt, egal welcher Herkunft die Menschen sind, welches Alter sie haben oder unter welchen Behinderungen sie leiden. Alle sollen gleich behandelt werden, sagt Frau J. Wagner.

Die Mitarbeiter des Servicehauses Mettenhof haben auch vor Beginn des Projekts Erfahrung mit der Pflege und Betreuung von Menschen mit Migrationshintergrund gemacht, wie z.B. mit einer afghanischen Familie im Stadtteil Mettenhof.
Das Gesamtprojekt umfasst jeweils 6 Module pro Stadtteil.

 

Im Modul 1:

Die Themen umfassen die Unterstützung/ Information von älteren Menschen und deren Gesundheitsprävention.
Das bedeutet, dass alles dafür getan wird, dass keine Krankheiten entstehen, oder bestehende Krankheiten sich nicht verschlimmern können.Die Menschen werden darüber informiert, was sich bei den Krankenkassen geändert hat und erfahren, worauf sie Anspruch haben.Zu diesem Themenkomplex wurden schon einige Informationsabende angeboten.

 

Modul 2:
Es wurde ein Basiskurs über die allgemeine Pflege von älteren und/ oder kranken Menschen in der eigenen Wohnung durchgeführt.Hier wurde schon eine Reihe von Kursen abgehalten.
Die Mitarbeiter aus der Pflege haben den Teilnehmern gezeigt, wie man richtig pflegt, ohne dass man sich selber körperlich dabei schadet.Die Teilnehmer haben auch gelernt, wie man einen pflegebedürftigen Menschen versorgt, ohne dass man ihm etwas bricht, oder die Haut verletzt.Im Weiteren haben die Kursteilnehmer Tipps und Informationen darüber erhalten, wie die optimale Ernährung im Alter aussieht.
Die Menschen werden darüber aufgeklärt welche Hilfsmittel es gibt (z.B. Gehwagen) und wo man diese bekommt.Im Herbst gibt es einen weiteren Kurs, in dem man lernen kann, wie man psychisch- und demenzkranke Menschen pflegt und betreut.

 

Modul 3:

„Älterwerden in Deutschland“ beinhaltet Information auf Russisch und Türkisch.Die Reihe besteht aus 6 Treffen.
Auf den Sechs Veranstaltungen werden Fragen geklärt wie z.B.: Welche Möglichkeiten gibt es für ältere Menschen? Welche rechtlichen Aspekte gibt es? Was sind Pflegestufen; wie wird der jeweilige Schwierigkeitsgrad ermittelt und festgelegt? Wo beantragt man die Pflegestufen und was muss man dabei beachten?

Es wird aufgeklärt, was Servicehäuser sind, wie stationäre Heime aufgebaut sind und ambulante Dienste organisiert sind.

Viele ausländische Mitbürger kennen Altersheime nur von ihrer Heimat her, wo sie nicht so einen guten Ruf haben, sie haben teilweise sogar Angst vor diesen Einrichtungen.

Diese Ängste sollen den Menschen genommen werden und deshalb wird z.B. ein Servicehaus oder andere Einrichtungen besucht.

 

 

 

Die Veranstaltungen in Mettenhof finden im Stadtteilcafe statt.
Dort werden Filme und Powerpointpräsentationen gezeigt, und es ergeben sich Möglichkeiten, mit anderen Menschen die im Servicehaus leben in Kontakt zu kommen.

Die Teilnehmer werden aufgeklärt welche Risiken es gibt, wenn man Familienangehörige zu Hause selber pflegt; wie z.B bei der regelmäßigen Medikamentengabe und Einnahme; sowie dem richtigen Umgang mit der Hygiene.

 

Modul 4:

Ehrenamtliche Helfer (Migranten, Migrantinnen) werden für das Projekt gesucht und geschult .Auch das Projekt „Mit Migranten für Migranten gehörten dazu.
Auf Veranstaltungen bekommen die Gesundheitslotsen Informationen zu jeglichen Themen in deutscher Sprache. Damit sie die Informationen in der jeweiligen Muttersprache auf Kursen, die selber durchführen, weitergeben können.

 

Modul 5:
In Modul 5 wollen die Träger generationsübergreifend arbeiten.
Das bedeutet: Insbesondere bei Schülern soll das Interesse geweckt werden, in der Altenarbeit zu arbeiten.

In den sieben Servicehäusern in Kiel werden jährlich ca. 30 Leute ausgebildet.Sie werden nicht nur in der Pflege, sondern auch im Cafe, Küche und in verschiedenen anderen Berufen ausgebildet.Sie erhalten allgemeine Informationen, dass man in verschiedenen Einrichtungen Zivildienst ableisten kann, stattdessen kann auch ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren werden.

 

Modul 6:
Für 2010 planen die Veranstalter ein Gedächtnistraining in Russisch und Türkisch anzubieten.Es werden dafür passende Materialien in die jeweilige Landessprache übersetzt.

Sie schulen was Gedächtnistraining für den Einzelnen bedeutet.
Die geschulten Ehrenamtlichen bekommen viele Anregungen, damit sie nachher in der Lage sind, eigene Ideen in der jeweiligen Muttersprache umzusetzen.Leider können sie nicht alle Sprachen abdecken.Ziel des Projekts ist bis 2010 ein ausgebildetes Team zu haben, das für die Migranten Gedächnistraining organisiert.

 

Viele Menschen in Mettenhof wissen nicht, für was das Servicehaus steht.Im Servicehaus, das 1977 gegründet wurde, haben die Menschen ihre eigenen Wohnungen, in denen sie leben.Sie können dort als Mieter, egal was passiert, bis zum Lebensende wohnen bleiben.Es gibt rund um die Uhr eine besetzte Notrufanlage, die Hilfe und Unterstützung anbietet.


Frau Wagner hofft, dass alle Einwohner in Kiel von diesem Projekt erfahren. Frau Wagner wünscht sich, dass in Zukunft alle Nationen in den Servicehäusern vertreten sind.
Sie selber will nach ihrem Studium im Bereich der Altenhilfe/ Altenarbeit weiter tätig sein.

 

Bianca Enders
Halima Khabou


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